Wozu überhaupt Intuition? – Gundula Krawczyk-Wöhl

Die Intuition ist ein parallel zum Verstand arbeitendes System. Die Rationalität allein reicht nicht aus und ist fehleranfällig.

Die Intuition ist wie ein unbewusster Berater, dabei schnell und kompetent.

Statt sich auf Einzelheiten zu fixieren, stellt die Intuition Zusammenhänge und Muster her. Komplexe Daten werden zu Informationen verarbeitet, wie es in dieser Weise nicht bewusst und erklärbar geleistet werden kann.

Die Intuition ist also eine wichtige Möglichkeit, in (professionellen) Situationen Überschaubarkeit und Handlungsfähigkeit herzustellen. Sie erlaubt uns schnellere Entscheidungen, da die Verarbeitung direkt in Handlung umgesetzt werden kann – ohne eine Übersetzung in Sprache zu benötigen.

Dies wird umso wichtiger je komplexer das Umfeld, je knapper die Ressourcen und je mehr unzusammenhängende Informationen auf uns einstürmen.

Die Intuition greift also auf Erfahrungen und Wissen zurück. Deshalb profitieren wir besonders von ihr, wenn wir viele Erfahrungen haben und Experten für bestimmte Themen sind.

Intuition im Sinne von „Ahnung“ verstanden, meint nach C.G. Jung das gerade nicht Vorhandene, also das Mögliche, Fehlende und Wünschenswerte wahrzunehmen.

So können wir unsere Intuition nutzen, um Zukunftstrends zu erahnen, machbare Chancen und Optionen für die Zukunft zu entwerfen. Mit dieser „Nase für das Mögliche“ entwickeln wir das, was das Vorhandene ergänzt, weiterentwickelt und was außerdem noch erreichbar ist.  Mit diesem Fokus auf das Potential des Einzelnen, von Teams wie von Organisationen wäre für Mitarbeiter, Führungskräfte und Unternehmenslenker viel gewonnen.

„Intuitiv sein“ ist allerdings nicht per se ein Qualitätskriterium. Die Intuition kann qualifiziert oder unqualifiziert, richtig oder falsch, konventionell oder kreativ sein.

Deshalb ist es wichtig, die eigene Intuitionsfähigkeit zu trainieren. Dazu gehört, sie sich zuerst einmal bewusst zu machen, sie anderen im Kontakt anzubieten und so immer wieder zu überprüfen.