Konfliktbewältigung in Krisensituationen

Praxissupervisionstag in Kassel, Klaudia Söllner

Wirtschaftliche Krisen werden offensichtlich, wenn finanzielle Engpässe entstehen, Kapazitäten nicht ausgelastet werden oder Umsätze bzw. Absatzmärkte ins Trudeln geraten.

Weniger thematisiert werden die persönlichen Belastungen der Entscheidungsträger in solchen Situationen.
Fragen wie:
„Habe ich persönliche Ressourcen zur Verfügung, um die Krise zu managen?“
„Kann ich meine Fähigkeiten optimal zum Einsatz bringen, wenn ich extrem unter Druck stehe?“ „Bin ich dazu in der Lage unter Druck neue Handlungsmodelle zur Lösung der Probleme zu entwickeln oder führt der zunehmende Stress eher zu persönlichen Begrenzungen?“

Erfahrungen unserer praktischen Arbeit in Organisationen zeigen, dass aufgrund zunehmender Komplexität bezüglich der Einflussfaktoren wirtschaftlicher Krisensituationen (globale Märkte, hohe Anzahl schwer einschätzbarer Wirtschaftsfaktoren, unterschiedliche Branchenentwicklungen uvm.) die bisher bewährten Handlungsmodelle zur Bewältigung wirtschaftlicher Engpasssituationen nicht ausreichen, um eine wirksame Trendwende anzustoßen.
Der Druck handelnder Personen verschärft sich zunehmend.

Wirkung auf die Entscheidungsträger

Hinsichtlich der Wirkung auf die Persönlichkeit der Entscheidungsträger unterscheidet man zwischen Herausforderung und Krisen. Herausforderungen können mit vorhandenen Ressourcen bewältigt werden. Krisen sind dagegen bedeutsame Lebens- und Berufserfahrungen, in denen es notwendig wird, neue zusätzliche Handlungsoptionen und vor allem Einstellungen zu Unternehmens- und Krisensituationen zu entwickeln.
Das entstehende Dilemma dabei ist, je mehr ein Mensch unter Lösungs- und Handlungsdruck gerät, um so weniger stehen uns die vorhandenen Kompetenzen und persönlichen Fähigkeiten und Stärken zur Verfügung. Meist geht das einher mit einer eingeschränkten Wahrnehmung. Die Betroffenen konzentrieren sich auf negative Verhaltensweisen und Rahmenbedingungen sowie auf die eigenen Defizite. Die daraus entstehende belastenden Gefühle verstärken die kritische Situation.

Definition Krise

Zusammenfassend lässt sich Krise als eine Lebenssituation beschreiben, in der das Vertrauen und die Sicherheit in die eigenen Fähigkeiten und Werte vorübergehend durch ein oder mehrere Ereignisse massiv erschüttert und eingeschränkt werden.

Die persönliche Grundhaltung der Entscheidungsträger, in der Unvorhergesehenes Raum und Platz hat, ist eine Grundvoraussetzung für die Bewältigung von Krisen. Das betrifft Unternehmen genauso wie einzelne Personen. Ein Ausblenden bis hin zur Verweigerung der Auseinandersetzung mit den Problemen, erschweren einen notwendigen flexiblen und lösungsorientierten Umgang mit Krisensituationen.

Themenstellungen im Rahmen der Praxissupervision

  • Wiederherstellung eines stabilen Selbstwertgefühls des Klienten
  • Blinde Flecken im Umgang mit Krisen sichtbar und bearbeitbar machen
  • Kritische Auseinandersetzung mit gewohnten Mustern und Einschätzungen, um neue Sichtweisen und Handlungsoptionen zu entwickeln
  • In der Supervision wird versucht, die psychodynamisch blockierte Problemlösungskapazität der Klienten zu aktivieren. Dies geschieht durch Anerkennung und Wertschätzung der Person bzw. der Organisation, sowie durch Reflexion auf vergangene erfolgreiche Problembewältigung.
  • Gezielte Interventionen ermöglichen es dem Klienten auf die eigenen Ressourcen, Erfahrungen, Kenntnisse und Potenziale zurück zu greifen und diese lösungsorientiert einzusetzen.

 

Termine: 12.04.2013, Kassel